Inhaltsverzeichnis der nachfolgenden Ausführungen:
- Das ganzheitliche Menschenbild der Naturheilkunde
- Krankheit oder Kranksein als Ausdruck des Ungelebten
- Gesundheit
- Heilung als Integration des Verdrängten
- Integrative Tiefenpsychologie Therapie in Hypnose
Das ganzheitliche Menschenbild der Naturheilkunde
Oft wird unter Naturheilkunde die Anwendung von Licht, Luft, Wasser, Wärme, pflanzlichen Zubereitungen usw. verstanden, also von Heilmitteln, die aus der "Natur" stammen. Doch wird dabei zweierlei übersehen:
- Zum einen stammen auch die Rohstoffe für chemische Arzneimittel, wie z. B. Erdöl, sowie die Quellen invasiver physikalischer Anwendungen, wie z. B. Gammastrahlen, aus der Natur;
- Zum anderen muss eine "natürliche" Heilweise, bevor definiert wird, was ein "natürliches" Heilmittel ist, zuallererst danach fragen, was die "Natur" des zu therapierenden Wesens ist. Wenn man Menschen behandelt wie ein Tierarzt seine Klienten, wenn sich also die Behandlung auf die Feststellung der erkennbaren Symptome und die Verabfolgung eines Mittels gegen die Krankheit beschränkt, entspricht dies nicht der Natur des Menschen. Ein solches Vorgehen kann deshalb keine Naturheilkunde sein, auch wenn z. B. pflanzliche Mittel gegeben werden, vielmehr ist es eine Art Veterinärmedizin am Menschen. (Mit dieser Feststellung werden alle Tierversuche zur Medikamenten-Testung noch fragwürdiger, als sie es wegen der ethischen Bedenken ohnehin sind.)
Naturheilkunde setzt also voraus, dass die Natur des Menschen in allen therapeutischen Belangen berücksichtigt wird, von der Anamnese über die Diagnose bis hin zur Therapie.
Dies ist weder in der überwiegend chemisch-technisch ausgerichteten und lediglich auf das Verschwinden der Symptome und das Wiedererlangen verlorener Funktionen abzielenden "Schulmedizin" der
Fall, noch bei den meisten sich als "naturheilkundlich" bezeichnenden Therapierichtungen.
Die Natur des Menschen kennzeichnet sich dadurch, dass er - als wohl einziges Lebewesen - alle Naturreiche in sich trägt:
- Das feinstoffliche Energiereich,
- Das Mineralreich,
- Das vegetative Reich der Pflanzen,
- Den beseelten Sinnes- und Bewegungsleib des Tierreiches,
- Die Möglichkeit zur Teilhabe an einem höheren seelisch-geistigen Bereich, der sich durch Bewusstsein, Erkenntnisfähigkeit und Freiheit kennzeichnet.
All diesen Naturreichen entsprechen bestimmte diagnostische und therapeutische Ansätze, z. B. dem Energiereich die energetischen Therapieformen, dem Mineralreich die Mineraliensubstitution, dem Pflanzenreich die Phytotherapie, dem Tierreich die Hormontherapie und andere. Alle diese Therapieformen lassen sich sinnvollerweise auch beim Menschen einsetzen, beziehen jedoch die spezifisch menschliche Ebene nicht mit ein, nämlich die seelisch-geistige. Der therapeutische Prozess regt bei diesen Therapieforen weder die Bewusstseinsentwicklung noch die Freiheitsbildung oder die Erkenntnisfähigkeit des Menschen spezifisch an.
Will man also den Menschen seiner Natur entsprechend behandeln, muss jede Therapie entweder primär psychotherapeutisch sein - denn dann enthält sie alle tieferen Ebenen - oder zumindest
psychotherapeutisch begleitet werden. Allerdings reicht für eine tiefgreifende Therapie keine Oberflächenpsychologie aus, denn die Ursachen für seelische und körperliche Erkrankungen kommen aus den
Tiefen des Unbewussten. Vielmehr müssen tiefenpsychologische Verfahren hinzugezogen werden, die vorzugsweise in Hypnose angewandt werden sollten (ausführlicher im Abschnitt 5.: "Integrative
Tiefenpsychologische Therapie in Hypnose" begründet).
Innerhalb der seelisch-geistigen Ebene des Menschen ist noch ein weiterer Punkt therapeutisch belangreich, der erst in den letzten Jahren etwas mehr Beachtung findet, sein sogenanntes "Belief
system", sein Glaubenssystem. Auch hier ist vor allem sein unbewusstes Glaubenssystem von Bedeutung, das auch viele irrationale Vorstellungen enthält, die in jeder Kultur unterschwellig und meist
unerkannt vermittelt werden. So existiert in der westlichen Kultur ein irrationaler Glaube an "die" Wissenschaft, die "alles sicher weiß" und irgendwann auch "alles können" wird,
einschließlich alle Krankheiten zu besiegen und vielleicht sogar den Tod. Das Etikett "wissenschaftlich anerkannt" oder gar "bewiesen" übt für viele eine hypnotisch-suggestive Faszination aus, und
die Versuchung, das eigene gesunde Denken dankbar und ehrfurchtsvoll bei entsprechenden Scheinautoritäten abzugeben, ist offenbar groß. Nicht nur die Politik bedient sich des "Belief systems",
sondern auch das Gesundheitssystem ist in weiten Teilen entsprechend strukturiert, so dass es gut ist, mehr darüber zu wissen, als die üblichen systemkonformen Informationskanäle vermitteln.
Krankheit oder Kranksein als Ausdruck des Ungelebten
"Krankheit" im üblichen Denken unserer Kultur:
a) Krankheit erscheint als eine mehr oder weniger bedrohliche Störung mit bestimmten, meist unangenehmen körperlichen oder seelischen Erscheinungen, wie z. B. Schmerzen; teilweise auch mit
Funktionsbeeinträchtigungen sowie mit der Gefahr der Chronifizierung, Verschlimmerung oder sogar des Todes.
b) Krankheiten können genau differenziert werden und in ihrem jeweiligen Zustandekommen, in ihren Eigenschaften und in der angemessenen Therapie genau beschrieben werden.
c) Krankheiten kommen meist "von außen", von bestimmten Erregern, Giften usw. oder sind genetisch bedingt.
d) Krankheiten befallen die Betroffenen zufällig, es sei denn, sie sind durch offensichtliches Risikoverhalten oder genetische Disposition verursacht.
e) Krankheiten sind sinnlos und unerwünscht und müssen bekämpft werden. Die meisten der obigen Annahmen sind jedoch zu oberflächlich, zu einseitig oder sogar falsch.
Sie sollen deshalb hier in derselben Reihenfolge aus naturheilkundlich-ganzheitlicher Sicht betrachtet werden.
"Krankheit" im ganzheitlichen Denken:
- "Krankheit" bzw. Kranksein kann gesünder und weniger bedrohlich sein, als die vermeintliche Gesundheit, z. B. wenn die Symptome als Warnsignale verstanden werden, und man ihnen wirklich auf den Grund geht, statt sie mit Medikamenten zu unterdrücken, oder wenn die Symptome den Betroffenen daran hindern, ein selbstschädigendes Verhalten fortzusetzen.
- "Krankheiten" an sich gibt es nicht! Sie können nur in Lehrbüchern als abstrakte "Idealbilder" beschrieben werden. In der Natur kommen aber keine Lehrbuchkrankheiten vor, sondern nur das jeweils individuelle Kranksein von individuellen Menschen, das jeweils viele individuelle Komponenten enthält, die niemals standardisiert erfassbar sind.
- Erreger oder Gifte können als Auslöser bzw. als Erzeuger physiologischer Prozesse von Erkrankungen gelten, nicht aber als Ursachen. Wie die Psychoneuroimmunologie zeigt, ist die "innere" Disposition (auch die seelische Geneigtheit) des Kranken sehr wesentlich am "Angehen" von Erregern beteiligt. Auch das Sich-Aussetzen an Gifte (z. B. Nikotin) ist oft von individuellen "inneren" Entscheidungen bestimmt. Und selbst bei genetischen Dispositionen erkrankt meist nur ein relativ geringer Teil der Betroffenen.
- Dem Kranksein liegt tatsächlich oft ein Risikoverhalten zugrunde, meist aber ein unbewusstes. Kranksein ist in der Regel nicht im banalen Sinne "zufällig", sondern unter unbewusster Beteiligung des Betroffenen entstanden. So sind bei einigen Erkrankungen (auch bei Infektionserkrankungen) bestimmte Persönlichkeitstypen bekannt, die sie begünstigen. Die tiefenpsychologische Untersuchung in Hypnose vermag oft, solche unbewussten Ursachen schnell aufzudecken.
- Erkrankungen sind demnach nicht generell sinnlos, sondern es drückt sich in ihnen meist etwas vom unbewussten, verdrängten Wesen des Betroffenen aus, was er bisher anders nicht ausdrücken oder
ausleben konnte. Werden sie einfach bekämpft, bekämpft man die entsprechenden Wesensanteile des Betroffenen (und wiederholt damit die Kindheitsverdrängung), und es kann zu dem gefährlichen Phänomen
der Symptomverschiebung kommen (nähere Beschreibung in den unter "Gesundheit und Krankheit - selbstverständliche Begriffe?" angeführten Büchern). Dabei werden die anders nicht
ausdrückbaren Wesenskräfte in noch schwerere Krankheitsbilder verschoben. In bedrohlichen Fällen kann allerdings das Bekämpfen der Symptome Vorrang haben vor einer dann folgenden ursächlichen
Nachbearbeitung.
Kranksein kann also ein sinnvoller Prozess zur Bewusstseinsbildung, zur Freiheitsbildung und zur Erkenntnis sein.
Nachdem der Mensch die Möglichkeiten des Krankseins in besonderem Maße in sich trägt, kommt ihm auch die besondere Aufgabe zu, diese Impulse für seine Entwicklung aufzugreifen. Aus einer ethischen Sicht kann demnach Kranksein auch als oft sogar notwendiger Impuls zur Bewusstseinsentwicklung gesehen werden.
Viele Patienten, die eine bewusstseinserweiternde Therapie durchlaufen haben, sagen anschließend: "Ich bin meiner Erkrankung dankbar, dass sie mich auf diesen schönen und spannenden Weg geführt hat. Sonst hätte ich wahrscheinlich mein ganzes Leben genauso unbewusst und fremdbestimmt verbracht wie vorher, und wie es die meisten Menschen tun. Ich sehe heute alles mit offeneren Augen. Ich sehe mehr Sinn im Leben und habe wieder mehr Freude daran. Und zum ersten Mal im Leben habe ich das gute Gefühl, dass ich mich wirklich selbst bestimme.."
Gesundheit
"Gesundheit" leitet sich etymologisch aus dem germanischen Wortstamm "sint" = "stark" her (Sintflut = starke Flut; Gesinde = die Starken). Als gesund kann daher jeder gelten, der seine
individuelle Stärke, seelisch-geistig wie körperlich, zur Verfügung hat. Krank hingegen heißt etymologisch so viel wie "gebeugt", "krumm".
Der Gesundheitsbegriff bezieht sich daher vorwiegend auf den einwandfreien Zustand bzw. das störungsfreie Funktionieren, er sagt nichts über die Inhalte und Ziele der Funktionen aus. Man kann also
auch eine Pflanze und ein Tier in derselben Bedeutung als gesund bezeichnen. Als gesund gilt außerdem, was "gesund macht", z. B. Vollwertkost bzw. das Essen von ihr; und auch hier wieder zielt der
Begriff auf eine gesunde Funktion ab, in diesem Beispiel auf Verdauung und Stuhlgang.
Selbstverständlich ist diese umgangssprachliche Verwendung des Wortes "Gesundheit" gerechtfertigt, doch ist es im therapeutischen Bereich sinnvoll, den Begriff genau zu betrachten und gegen den Begriff "Heilung" zu differenzieren. Erfolgt dies wiederum bei gleichzeitiger Beachtung der Natur des Menschen, wird klar, dass der "Gesundheit" noch etwas fehlt. Denn die Natur des Menschen erschöpft sich nicht darin, in einem vegetativ einwandfreien Zustand artgerechte Funktionen störungsfrei zu erfüllen. Dennoch sind die meisten Therapieformen, wie oben bereits angeführt, genau auf dieses Ziel ausgerichtet.
Heilung als Integration des Verdrängten
"Heil" hat denselben Wortstamm wie das griechische "holon", = ganz: Diese ursprüngliche Bedeutung ist noch erhalten in der Redewendung "etwas wieder heil machen", z. B. einer Puppe den verloren
gegangenen Arm wieder ansetzen usw. Außerdem ist sie noch im Wort "heilig" enthalten. Der "Heilige" ist ein "ganz" gewordener Mensch, der sowohl ganz zu sich selbst gekommen ist, als auch das ganze
Bewusstsein seiner Welt errungen hat, leiblich, seelisch und geistig.
In der Lebensgeschichte von "Heiligen" fällt oft auf, dass sie erst nach einem sehr diesseitsorientierten, zuweilen sogar ausschweifenden Leben zur Einsicht auch in die geistigen Welten gelangen.
Erst die Erfahrung und Erkenntnis aller Selbstanteile und aller Daseinsebenen befähigt dazu, diese zu beherrschen. Erst das erworbene Bewusstsein der Ganzheit kann "Wunder wirken". Einen ähnlichen
Weg geben die großen Heldengeschichten aller Mythologien vor. Auch der Held ist zum Ganzen gelangt. Die Überwindung des Drachens oder anderer dunkler Symbolgestalten bezeichnet den Erwerb der
Erkenntnis und der Beherrschung des eigenen Selbst.
In gewisser Weise repräsentiert auch eine Erkrankung die dunklen Mächte, nämlich die in das Unbewusste verdrängten Anteile des Selbst (in meinem Buch "Krebs - Eine mystifizierte Krankheit", habe ich
diese Zusammenhänge, die auch für andere Erkrankungen gelten, aus-führlich dargestellt). Das bedeutet, dass eine Heilung nicht über die möglichst schnelle und mühelose Symptombeseitigung via
Arzneimittel oder andere Anti-Maßnahmen stattfinden kann. Dadurch wird die "Begegnung mit dem Drachen" lediglich weiter nach hinten verschoben.
Es geht also bei jeder ursächlichen und menschengemäßen Therapie darum, die verdrängten Selbst- und Weltanteile bewusst zu machen und bewusst zu integrieren, so dass die Wesensbereiche und Kräfte, aus denen die Erkrankung gespeist worden war, in gesunde Gestaltungsbereiche übergeführt werden. Doch soll nochmals betont werden, dass bei bedrohlichen Situationen eine symptomgerichtete Notfallhilfe mittels Medikamenten, Chirurgie usw., unbedingt angezeigt sein kann.
Eine Therapieform, die wie keine andere bewusstseinserweiternd und ursächlich wirkt, ist die in der Folge beschriebene "Integrative Tiefenpsychologische Therapie in Hypnose" (H.I.T.T.®).
Integrative Tiefenpsychologische Therapie in Hypnose
Die INTEGRATIVE TIEFENPSYCHOLOGISCHE THERAPIE IN HYPNOSE (H.I.T.T.®) ist ein neuartiges, sowohl grundlegend ganzheitliches wie auch zugleich hochspezifisches Therapieverfahren. Sie verbindet Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Tiefenpsychologie, Gestaltbewusstsein und Hypnosebewusstsein miteinander.
- Die H.I.T.T.® baut auf den grundlegendsten, indes weitgehend unbekannten und kaum bewusst genutzten, Bedingungen und Kanälen menschlicher Kommunikation auf. Ihre Grundsätze sind deshalb
nicht nur in der Therapie in Hypnose und in jeder anderen Therapieform, sondern in jedweder Kommunikation und in allen sozialen Systemen (Familie, Schule, Arbeit, Wirtschaft, Kirche, Politik,
Gesellschaft) zwangsläufig wirksam. Sie wirken immer und überall, jedoch, aufgrund der vorherrschenden Unkenntnis über sie, oft destruktiv. Ihre bewusste Anwendung im Sinne der H.I.T.T.®
hingegen erschließt weitestgehende Potentiale und konstruktive Möglichkeiten in allen Lebensbereichen. Die H.I.T.T.® ist daher mehr als ein Therapieverfahren.
In der Folge werden allerdings vorwiegend die therapeutischen Bezüge und Konsequenzen dieser Er-kenntnisse dargestellt. - Die H.I.T.T.® ist bei allen psychischen und psychosomatischen Störungen und Erkrankungen, auch schwerster Art, angezeigt, wobei der Begriff "Psychosomatik" sehr weit gefasst und überdies unter Einbezug der spirituellen Ebene verstanden ist.
- Die H.I.T.T.® ist als Therapieverfahren vor allem auch ein Weg zur ganzheitlichen Selbstfindung, -achtung und -verwirklichung. Der konstruktiv-kreative Ausdruck des eigentlichen, individuellen Wesens, in einer geachteten, untrennbar zum Selbst gehörenden Welt, lässt den destruktiven Ausdruck über Krankheitssymptome überflüssig werden.
- Die H.I.T.T.® ist ihrem Wesen nach eine Einzeltherapie im Zweier-Setting Patient-Therapeut. Ihre Prinzipien sind jedoch auch in gruppentherapeutischen Prozessen (sowie in allen anderen Gruppen) wirksam und weitgehend anwendbar. Zudem bewirken die therapeutischen Veränderungen in der H.I.T.T.®, aufgrund der unmittelbaren Übertragungskommunikation zwischen Nahestehenden, im selben Augenblick der Therapie (also gleichzeitig!) auch unmittelbare Veränderungen bei den betreffenden Personen. Überdies regen die therapeutischen Entwicklungen indirekt entsprechende Entwicklungsantworten im Umfeld an.
- Die H.I.T.T.® erhebt keinen therapeutischen Monopolanspruch. Kein bewährtes, ob naturwissenschaftlich, geisteswissenschaftlich oder empirisch begründetes, Diagnose- und Therapieverfahren wird durch die H.I.T.T.® "überflüssig". Vielmehr kann jedes Verfahren in den übergeordneten Bezugsrahmen der H.I.T.T.® integriert und auf diese Weise in einem erweiterten Verständnis zugänglich werden. Oft ist auch der parallele Einsatz sinnvoll.
